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GILDEMEISTER verkaufen 06.11.2009
SRH AlsterResearch
Hamburg (aktiencheck.de AG) - Der Analyst von SRH AlsterResearch, Claudius Schmidt, stuft die GILDEMEISTER-Aktie (ISIN DE0005878003 / WKN 587800) unverändert mit "verkaufen" ein.
Zwar werde GILDEMEISTER an roten Zahlen in diesem Jahr wohl haarscharf vorbeischrammen, doch der Umsatz- und Auftragseinbruch im Kerngeschäft verheiße nichts Gutes. Frühzeitig und entschlossen habe die Konzernführung seit Ende 2008 auf die Rezession reagiert. Indes, erschreckend schwache Umsätze (-54% in Q3) und der massive Auftragsrückgang (-48%) drückten den größten deutschen Werkzeugmaschinenhersteller in die roten Zahlen und lassen aus der Sicht der Analysten von SRH AlsterResearch nur noch einen Umsatz 2009 von 1,17 Mrd. Euro und ein ausgeglichenes Ergebnis erwarten.
Bei rückläufigem Geschäft vor allem im Kernsegment Werkzeugmaschinen habe sich die Kundenstruktur extrem verschoben, der Auslandsanteil an den 2009 hereingenommenen Aufträgen habe sich von 55% auf 70% erhöht, nicht zuletzt aufgrund des gewachsenen Interesses an der ECO-Baureihe. Enttäuscht habe auch der EBIT-Beitrag der Suncarrier: Im Vorjahr hätten nach neun Monaten 11,5 Mio. Euro, 2009 nur 0,6 Mio. Euro zu Buche gestanden. Hier schlage sich die derzeitige Schwäche der Solar-Branche nieder. Überdies habe der Bereich Werkzeugmaschinen auch unter Stornierungen gelitten. Gleichwohl zeichne sich GILDEMEISTER durch aktive Marktbearbeitung und eine frühzeitige, kluge Produktdiversifikation gegenüber den Mitbewerbern aus.
Das Unternehmen habe seine Guidance erneut gesenkt. Für das laufende Jahr werde ein Umsatz von 1,2 Mrd. Euro und ein positives EBIT anvisiert. 2010 werde, gestützt von einem Aufschwung der Suncarrier, ein Umsatz von mindestens 1,25 Mrd. Euro angestrebt. Auf eine Ergebnisprognose verzichte der Konzern bisher.
Erneut verstärke GILDEMEISTER sein rigides Sparprogramm. Die Zahl der Mitarbeiter sei um 9,7% gegenüber Ende 2008 gesunken. Im dritten Quartal hätten die Personalaufwendungen um 32% unter denen des Vorjahresquartals gelegen. Doch der Umsatz je Mitarbeiter habe sich nahezu halbiert. Die Ankündigung, weitere 300 Arbeitsstellen in naher Zukunft abzubauen, überrasche deshalb nicht.
Positive Effekte im Einkauf, bei der Entwicklung und beim Vertrieb würden sich aus der im Frühjahr angelaufenen Zusammenarbeit mit Mori Seiki ergeben. Beide Konzerne, die durch eine kleine Überkreuzbeteiligung und durch ein Kooperationsabkommen miteinander verbunden seien, hätten ihr Sortiment ohne zusätzliche Entwicklungskosten erweitern können: Die Japaner böten z. B. GILDEMEISTERs ECO-Line an, und GILDEMEISTER vermarkte unter seinem Markenzeichen DMG jetzt auch Großmaschinen, also Drehmaschinen von sechs bis acht Metern Länge und Fräsmaschinen von bis zu zehn Metern. Überdies werde der Break Even in Japan und den USA erreicht, zwei wichtigen Märkten, in denen ohne die Kooperation mit Mori Seiki in absehbarer Zeit kaum Geld verdient werden könnte.
Der Konzern bleibe robust finanziert. Mit geschätzten 22,5 Mio. Euro dürften die Zinsaufwendungen 2009 sogar geringer ausfallen als im Vorjahr. Zwei Drittel der Finanzverbindlichkeiten seien langfristiger Natur. Im nächsten Jahr dürften sich die von der Ertragskraft nicht unabhängigen Kreditverträge aber verteuern. Der Erwerb von Mori Seiki-Aktien habe zur Erhöhung der Finanzanlagen auf 25,1 Mio. Euro geführt. Da zudem für die materialaufwendigen Suncarrier die Vorräte weiter hätten aufgestockt werden müssen, sei eine weitere Reduzierung der Bilanzsumme kaum möglich. Die zuletzt ungemein starke Eigenkapitalquote von 32,3% werde sich 2010 nicht ganz auf diesem Niveau halten lassen.
GILDEMEISTER sei viel besser als die Branche, aber nicht gut. Dafür seien ausschließlich externe Gründe verantwortlich. Ihre Umsatzprognose für 2009 senken die Analysten von SRH AlsterResearch um 100 Mio. auf 1,17 Mrd. Euro. Beide Bereiche sollten im letzten Quartal an das Umsatzniveau des ersten Quartals anknüpfen können. Das EBIT erwarte man bei 28 Mio. Euro, das Ergebnis je Aktie bei 0,03 Euro.
Für 2010 signalisieren die Modellrechnungen der Analysten von SRH AlsterResearch wieder verbesserte Umsatz- und Ergebnisdaten (Umsatz 1,25 Mrd. Euro/ EBIT 47 Mio. Euro/ EPS 0,22 Euro). Dabei seien auch Synergieeffekte aus der Beteiligung an Mori Seiki Co. Ltd. berücksichtigt, die sich im nächsten Jahr nachhaltig bezahlt machen sollten. Frühestens für 2011 bestehe die Aussicht, dass Umsätze und Ergebniszahlen den Anschluss an das attraktive Niveau von 2007/ 2008 finden würden.
Trotz der nach wie vor trüben fundamentalen Aussichten heben die Analysten von SRH AlsterResearch das Kursziel aufgrund des veränderten Marktumfelds von 7,50 Euro auf 8,00 Euro an. Darin spiegle sich das mittelfristige Ertragspotenzial von GILDEMEISTER hinreichend wider. Dieser Zielkurs entspreche einem Bewertungsverhältnis von EV zu EBITDA von 10,6 bezogen auf die Prognosen für das laufende Jahr und von 8,5 bezogen auf die EBITDA-Schätzung für 2010.
Das Anlageurteil der Analysten von SRH AlsterResearch für die GILDEMEISTER-Aktie lautet weiterhin "verkaufen". (Analyse vom 06.11.2009) (06.11.2009/ac/a/d)
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